Monatliche Treffen – Wissen teilen, Geschichte erleben.
Unsere monatliche Vereinssitzung findet an jedem dritten Dienstag im Monat statt (mit Sommerpause im Juli und August). In der Regel erwartet Sie dabei ein Vortrag zu spannenden Themen rund um Münzen, Medaillen und die Geschichte des Geldes – von der Antike bis in die Gegenwart.
Geänderter Tagungsort
Die Treffen des Vereins finden derzeitig in der
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
Von-Melle-Park 3
20146 Hamburg statt.

“Ein unikales Donativ des 11. Jahrhunderts aus Iran mit Herrscherdarstellung”
Dienstag, 15. September 2026 – 19:00 Uhr
Ein Vortrag von Herrn Dr. Sebastian Hanstein, Tübingen
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“Hamburger Kornwaagen”
Dienstag, 20. Oktober 2026 – 19:00 Uhr
Ein Vortrag von Herrn Henning Homann
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“Die Rolle der Goldmünzen in der römischen Kaiserzeit des ersten und zweiten Jahrhunderts”
Dienstag, 17. November 2026 – 19:00 Uhr
Ein Vortrag von Herrn Patrik Pohl, Universität Potsdam
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Archiv
Hier finden Sie unsere vergangenen Vorträge

“Die Münzprägung von Syrakus – zwischen Tyrannis und Demokratie”
Dienstag, 16. Juni 2026 – 19:00 Uhr
Ein Vortrag von Frau Dr. Barbara Simon
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Den Vortrag des Abends hielt die Präsidentin der Deutschen Numismatischen Gesellschaft, Dr. Barbara Simon zu dem Thema „Die Münzprägung von Syrakus – zwischen Tyrannis und Demokratie“. Die Vortragende setzte dabei die wechselvolle Geschichte der Stadt mit der Entwicklung der Münzbilder in Beziehung. Häufig wechseln sich Tyrannenherrschaft und Demokratie ab, kriegerische Auseinandersetzungen mit den Karthagern und Friedensschlüsse bestimmen außerdem die Zeiten.
Syrakus wurde um das Jahr 733 v. Chr. als korinthische Kolonie gegründet. Der Beginn der Münzprägung fällt in das letzte Drittel des 6. Jh., recht spät im Vergleich zu anderen Orten. Die Münzen werden im attischen Münzfuß ausgebracht, die Tetradrachmen zeigen auf der Vorderseite eine Quadriga und auf der Rückseite den Kopf der Nymphe Arethusa, zunächst noch recht klein innerhalb eines Inkusums. Die Didrachmen zeigen auf der Vorderseite zwei Reiter. In der Zeit des Tyrannen Gelon wird der Kopf der Rückseite deutlich größer als auf den frühesten Münzen gestaltet und von vier Delphinen umgeben dargestellt. Mit der Schlacht von Himera im Jahr 480 v. Chr., bei der Gelon das karthagische Heer geschlagen hat, wird die Prägung des sogenannten Demareteion in Verbindung gebracht, einer Münzemission, bei der ein bekränzter Arethusakopf dargestellt wird. Möglich ist es allerdings auch, dass diese Münzen später zu datieren sind, wie neuere Forschungen vorschlagen und damit zu einem anderen Ereignis Bezug haben. In der zweiten Hälfte des 5. Jh. verändert sich der Stil der Münzen weg vom archaischen hin zum klassischen Stil. Dabei erscheint der Kopf jetzt mit variierenden Frisuren.
Die Wende des 5. zum 4. Jh. stellt die Zeit der signierenden Künstler dar, die Qualität des Stempelschnitts erreicht in dieser Zeit einen Höhepunkt. Zu nennen sind Sosion, Eumenes, Euainetos, Eukleidas, Phrygillos und Kimon. Es treten auch Prägungen auf, bei denen Vorder- und Rückseite von zwei verschiedenen Künstlern geschaffen worden sind. Die Arbeiten von Kimon stellen wohl die höchste Qualitätsstufe dar, so wurde seine frontale Kopfdarstellung von der thessalischen Stadt Larissa übernommen. Auf Kimons Münzen von Syrakus wird der Kopf inschriftlich als jener der Arethusa bezeichnet. Als während der dritten Demokratie korinthische Siedler nach Syrakus kommen, geht Syrakus zur Prägung von Münzen nach korinthischem Vorbild über. Diese zeigen auf der Vorderseite den Pegasos und auf der Rückseite einen Athenakopf. Auch der korinthische Münzfuß wird übernommen. Später kehrt man jedoch wieder zum attischen Münzfuß zurück. In der späteren Phase der Münzprägung variieren die Münzbilder deutlich, so nennt Agathokles in späten 4. Jh. seinen eigenen Namen auf den Münzen. Hieron bildet, den Gepflogenheiten des hellenistischen Stils entsprechend, sein Portrait auf den Vorderseiten der Münzen ab.

“Das Münzwesen des Bistums Erfurt im Mittelalter”
Dienstag, 19. Mai 2026 – 19:00 Uhr
Ein Vortrag von Herrn Dr. Manfred Mehl
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Einleitend gab der Vortragende einen Überblick über die Geschichte Erfurts und hob die Bedeutung der Stadt im Mittelalter hervor. So hatte die Universitätsstadt im Jahr 1493 bereits 35.000 Einwohner. Die Geschichte des Bistums Erfurt ist eng verknüpft mit der des Erzbistums Mainz, da der Erfurter Bischof Bonifatius zwar 746 nach Mainz zum Erzbischof berufen wurde, das Erfurter Bischofsamt aber weiterhin ausführte. Das Bistum Erfurt war seither dem Erzbistum Mainz unterstellt. So orientierte sich die früheste Münzprägung Erfurts im 11. Jahrhundert an der von Mainz und nennt auch den Stadtnamen Moguntia – Mainz. Die Münzen zeigen auf der Vorderseite die Darstellung einer Holzkirche und auf der Rückseite ein Kreuz. Die Erfurter Prägungen lassen sich von den Mainzer Vorbildern dadurch unterscheiden, dass die Erfurter Exemplare eher dünne Kreuze und verwilderte Umschriften zeigen und die Machart gegenüber den Vorbildern somit eher schwächer ist. Die Münzen zeigen aber auch variierende Darstellungen mit einem Kirchengebäude anstelle des Kreuzes. Die Fundverbreitung erstreckt sich von Mitteldeutschland und dem Ostseeraum bis nach Skandinavien und ins Baltikum.
Eine Besonderheit stellen die Erfurter Silberbarren dar, die seit dem 13. Jahrhundert in den Urkunden genannt werden. Dabei wurden verschiedene Sorten Silbers mit variierenden Feingehalten unterschieden, die Urkunden nennen häufig die Sorte, in der eine bestimmte Zahlung zu leisten ist. Das Erfurter Silber ist insofern bedeutend, als sonst nur von Stendaler Silber in Urkunden die Rede ist, welches die vorherrschende Silbersorte war. 14 Erfurter Silberbarren, die von dem jeweiligen Goldschmied gestempelt sind, wurden neben 3100 französischen Turnosen und Schmuckstücken höchster Güte in einem bedeutenden Schatzfund entdeckt, diese stellen eine große Seltenheit dar.
Nach der Prägung von Denaren folgte in Erfurt unter Auslassung der Prägung von Dünnpfennigen sofort die Brakteatenprägung. Die ersten Erfurter Brakteaten sind zwar noch von einfacher Machart, stellen aber möglicherweise die ersten in dieser Technik hergestellten Münzen dar. In späterer Zeit prägte Erfurt prächtige Brakteaten von großem Durchmesser und hervorragender Qualität. Diese zeigen häufig den heiligen Martin mit dem Bischof in einer Architekturdarstellung. Im Laufe der Zeit tritt eine in der Münzprägung häufig zu beobachtende stilistische Vereinfachung ein, dargestellt ist meist der Bischof.
Im Jahr 1289 wurde das Münzrecht an die Stadt Erfurt verkauft, so dass die bischöfliche Münzprägung zum Erliegen kam. Geprägt wurden die sogenannten Martinspfennige, die diesen Heiligen zeigen, seltener kommen auch Darstellungen von Gebäuden oder dem Rad als Wappen von Erfurt und Mainz vor. Martinspfennige wurden auch in der Umgebung nachgeprägt, so z.B. in Greußen, Stadtilm oder Tannroda.
Eine bedeutende Urkunde für die Erfurter Geldgeschichte, die auch sonst durch Schriftquellen außergewöhnlich gut belegt ist, stellt die Concordata Gerhardi von 1289 dar. In dieser Urkunde werden beispielsweise die Münzverrufungen und der Umgang mit alten und neuen Pfennigen geregelt. So durften fremde Händler auf dem Markt zwar noch mit alten Pfennigen bezahlen, hatte aber in diesem Fall eine Gebühr, den sogenannten Schlagschatz, wie sie auch beim Wechsel alter Pfennige gegen Neu fällig gewesen wäre, zu bezahlen. Auch die Strafen für Falschmünzer werden genannt.
Eine weitere Erfurter Besonderheit stellen die Freipfennige dar, die über mehrere Jahrhunderte hinweg geprägt wurden. Diese Münzen waren nicht für den Umlauf bestimmt, sondern dienten einzig dazu, Pachtzahlungen an den Mainzer Erzbischof zu leisten. Diese Freipfennige wurden aus Feinsilber geprägt und galten etwa 4,5 der üblichen Erfurter Pfennige. Der Mainzer Erzbischof verpachtete mehrere hundert Freigüter, die im Bistum Erfurt lagen, an die Bevölkerung. Pro Gut und Jahr waren 3 Schillinge (=36 Pfennige) in diesen besonderen Freipfennigen an Pacht zu zahlen. Diese wurden in Mainz vermutlich sofort wieder eingeschmolzen, was deren Seltenheit erklärt.

“Die Münzgeschichte des Fürstentums Lüneburg”
Dienstag, 21. April 2026 – 19:00 Uhr
Ein Vortrag von Herrn Dr. Joachim Schulze
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Vorgestellt wird die Münzgeschichte des Fürstentums Lüneburg. Vorangestellt ist eine kurze Geschichte des Landes. Nach Gründung des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg 1235 entstand ein Fürstentum Lüneburg erstmals 1269 durch Teilung des Herzogtums in die Landesteile Braunschweig und Lüneburg. Nach Bedrohung der welfischen Herrschaft im lüneburger Erbfolgekrieg gelang die Festigung der Herrschaft der Welfen. Weitere Landesteilungen führten 1409 dazu, dass Lüneburg Gebiete im Südwesten an Braunschweig abgeben mußte. Im Folgenden blieben die Grenzen des Fürstentums Lüneburg im Wesentlichen unverändert, das Land fiel 1705 im Erbgang an das Kurfürstentum Hannover, blieb aber als Verwaltungseinheit bestehen, nach der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen als preußischer Regierungsbezirk, zuletzt als Regierungsbezirk im Land Niedersachsen bis zur Auflösung der Regierungsbezirke 2004.
Nach Entstehung des Landes prägten die Herzöge zunächst nur Brakteaten, sie verkauften das Münzrecht 1293 an die Stadt Lüneburg, welche in den folgenden Jahrhunderten das Land mit Geld versorgte. Steigende Handelsvolumina machten es erforderlich, größere Münzeinheiten zu schaffen, zunächst Witten, ab 1434 Goldgulden und ab 1546 Taler.
Ab etwa 1615 versuchten die Herzöge, das Münzrecht wieder zu erlangen. Lüneburg konnte sich trotz des Vertrages von 1293 wegen seiner schwindenden Macht nicht dagegen wehren, so dass eine Vielzahl von Münzstätten im Fürstentum entstanden, welche aber nach Anfall des Fürstentums Grubenhagen an Lüneburg nach kurzer Zeit wieder eingingen. Fortan wurden die Münzen des Fürstentums in Clausthal geprägt, unter dem letzten im Fürstentum Lüneburg regierenden Herzog auch in Celle. Die Münzgeschichte des Fürstentums endet mit dem Sterbetales des Herzogs im Jahre 1705

“Herrschaftspropaganda in der frühen Neuzeit. Die Medaillen der Welfen”
Dienstag, 17. März 2026 – 19:00 Uhr
Ein Vortrag von Herrn Prof. Dr. Wolfgang Leschhorn, TU Braunschweig
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Herr Prof. Leschhorn gibt zunächst einen Überblick über die Geschichte der Medaille in Europa, beginnend mit den ersten Exemplaren in Italien. Von dort aus breitete sich die Herstellung der Medaillen über das restliche Europa aus, zunächst in Form von Gußmedaillen, seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts überwiegend in geprägter Form. Sonderfälle waren Gnadenpfennige, meist aus Gold, die als Vorläufer von Orden zu betrachten sind.
Im Folgenden demonstriert Prof. Leschhorn anhand von prächtigen Beispielen der Medaillen überwiegend der wolfenbütteler Linie der Welfen, welchen Zwecken diese Medaillen dienten. Zum einen sollten sie die Macht der Fürsten darstellen, durch möglichst prächtige Darstellung im Portrait, aber auch durch umfangreiche Titulaturen und umfangreiche Wappen. Weitere Themen waren emblematische Abbildungen zur Demonstration der Weisheit oder Macht der Fürsten sowie ihrer Stellung im Recht gegenüber in- oder ausländischen Feinden, dazu gehörte auch Kriegspropaganda. Schließlich diente die Darstellung auf den Medaillen zudem der Erinnerung an bedeutende Ereignisse in den fürstlichen Familien, auch repräsentative Gebäude wurden häufig abgebildet.

“Inflation 1923. Krieg, Geld, Trauma”
Dienstag, 17. Februar 2026 – 19:00 Uhr
Ein Vortrag von Herrn Dr. Frank Berger, Frankfurt
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“Jahreshauptversammlung”
Dienstag, 20. Januar 2026 – 19:00 Uhr
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Satzungsgemäß wurde die Jahreshauptversammlung durchgeführt. Nach den Berichten des Vorsitzenden und des Kassenwarts wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Die Neuwahl des Vorstands ergab folgendes Ergebnis:
1. Vorsitzender: Karsten Ahlers
2. Vorsitzender: Mathias Bielenberg
Kassenwart: Dieter Lüghausen
Schriftführer: Dr. Joachim Schulze
Beisitzer: Dr. Ralf Wiechmann

“Weihnachtsfeier”
Dienstag, 16. Dezember 2025 – 19:00 Uhr
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Der Abend stand im Zeichen geselligen Beisammenseins. Die Hamburger Münzenfreunde ließen das Jahr bei guten Speisen, Wein und interessanten Gesprächen ausklingen.

“Gryp und Stral – Die Rostock-Sundische Währung 1365 – 1489”
Dienstag, 18. November 2025 – 19:00 Uhr
Ein Vortrag von Herrn Dr. Michael Kunzel und Herrn Ascan Morlang
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Zum Jahresende 2024 hatten die Autoren Dr. Michael Kunzel und Ascan Morlang eine Studie über die rostock-sundische Münzprägung im Spätmittelalter vorgelegt, die den bisherigen Forschungsstand revidiert. In ihrem Vortrag stellten die Autoren das Buch vor und erläuterten, dass von Rostock bis Stettin vom 14. bis ins 16. Jahrhundert eine besondere Währung mit einer eigenen Recheneinheit und besonderen silbernen Zahlungsmittelen bestand.

Hier galt der Witten, seit 1365 eines der Hauptnominale im hansischen Geldverkehr, nicht wie im Gebiet des „Wendischen Münzvereins“ vier Pfennige sondern sechs sundische Pfennige. Den ersten Teil des Vortrags bestritt Michael Kunzel. Er gab eine Einführung zum bisherigen Forschungsstand, zu dessen Entwicklung vom 18. bis ins 21. Jahrhundert und stellte kurz die wichtigsten Sammler und Forscher vor, zu denen neben Mecklenburgern, Pommern und Berlinern auch die Hamburger Persönlichkeiten Wilhelm Jesse, Peter Berghaus und Gerald Stefke gehörten. Der Referent erläuterte anhand von Karten das Kerngebiet der untersuchten Währung und deren Ausdehnung in angrenzende Währungsgebiete mit ihren für die Studie relevanten Münzstätten. An Beispielen wurden die ausgewerteten archivalischen Quellen vorgestellt, von den Münzrechtsurkunden (1319 bis 1389) über die Vertragsurkunden bis hin zum Verwaltungsschriftgut, den Münzherrenrechnungen, die ausschließlich von Rostock vorliegen und dem Rostocker Kämmereiregisterbuch, das ergänzende Einträge enthält.

Im zweiten Vortragsteil befasste sich Ascan Morlang mit den speziellen numismatischen Quellen, mit dem Schatzfundniederschlag und den Münzen. Die Untersuchung von mehr als 31.000 Münzen aus 403 Funden (223 Schatz- und 180 Einzelfunden) hatten einerseits zu verbesserten Datierungen im Münz- und Fundkatalog und andererseits zur methodisch gesicherten genaueren Datierung von zeitlich versetzten Wiederaufnahmen älterer Wittentypen geführt, wie sie im rostock-sundischen Währungsgebiet in besonders auffälliger Weise vorkam. Anschließend stellte der Referent bisher verkannte Nominale vor, den Knappert (sundisch 4 Pfennig), den Blaffert (sundisch 3-Pfennig), aber auch den ab 1429 massenhaft geprägten sundischen Schilling (12 Pfennig), von dem es bereits in der zweiten Hälfte der 1410er Jahre eine Vorläuferprägung gab, und der in der älteren Literatur ungenau als „Großpfennig“ bezeichnet wurde. Beendet wurde der Vortrag mit der Vorstellung von ein paar besonders seltenen und numismatisch anspruchsvollen Münzen.


“Was ist Islamische Numismatik? – Positionen, Potentiale, Perspektiven”
Dienstag, 21. Oktober 2025 – 19:00 Uhr
Ein Vortrag von Herrn Prof. Dr. Stefan Heidemann, Universität Hamburg
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Einleitend gab der Referent einen Überblick über die Entwicklung der islamischen Numismatik in Deutschland. Beginnend mit Georg Jacob Kehr und seiner bedeutenden Publikation des Fundes islamischer Münzen von Stegen (1722) spannte er den Bogen über Heinrich Nützels dynastisch orientierten Katalog der orientalischen Münzen der Berliner Museen und Johann Gustav Stickels geographisch orientierte Einteilung in seiner Publikation der Jenaer Bestände hin zu den heute immer mehr an Bedeutung gewinnenden numismatischen Datenbanken. Zu erwähnen war auch die von Lutz Ilisch begründete Sylloge Numorum Arabicorum der Forschungsstelle für islamische Numismatik der Universität Tübingen. Daran anschließend arbeitete der Referent die Eigenheiten islamischer Münzen gegenüber denen des antiken Mittelmeerraumes und Asiens heraus. Während die antiken Münzen durch ihre bildlichen Darstellungen und asiatische Münzen durch ihre knappe Wertangabe dominiert sind, zeigen islamische Münzen ein gänzlich anderes Bild. Diese sind charakterisiert durch ihre Aufschrift, bis zu 150 Wörter finden auf Vorder- und Rückseite verteilt Platz. Sie geben Auskunft über die Herrschaftshierarchien, Prägeort und -datum, Religiöse Devisen bezeugen die Macht des Kalifen. Während der mongolischen Herrschaft treten auch Kombinationen von Arabisch mit anderen Schriften in Aufschriften auf. – Die anschließenden Fragen aus dem Kreis der Teilnehmer zeigte das große Interesse an diesem Thema.

“Die drei bekanntesten deutschen Münzfälscher: Seeländer – Becker – Frauendorferer”
Dienstag, 16. September 2025 – 19:00 Uhr
Ein Vortrag von Herrn Christian Stoess
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Der Referent berichtete über das Leben und die Fälschertätigkeit der drei genannten Münzfälscher. Nicolaus Seeländer (1682-1744) ist sowohl als Medailleur, Autor, als auch als Fälscher in Erscheinung getreten. Seine von ihm gefälschten mittelalterlichen Brakteaten, fallen im Vergleich untereinander und mit Originalen durch ihre Fabrik auf. Charakteristisch sind ein flaches Erscheinungsbild in Kombination mit künstlich herbeigeführten Randausbrüchen. Die Münzbilder und Umschriften wirken schärfer als bei Originalen. Seeländer hat nicht davor zurückgeschreckt Brakteatentypen zu erfinden und diese in seinen Schriften zu publizieren.
Carl Wilhelm Becker (1772-1830) hat vornehmlich antike Münzen, aber auch mittelalterliche und neuzeitliche Prägungen gefälscht und verkauft. Als im Laufe der Zeit Zweifel an der Echtheit der von ihm angebotenen Münzen aufkamen, bot er diese ganz offen als Nachprägungen an, um sich der Anschuldigung des Fälschens zu entziehen. Ein Großteil der Prägestempel wird heute im Berliner Münzkabinett aufbewahrt.
Heinrich von Frauendorfer (1855-1921), hoher bayerischer Staatsbeamter und privat Münzsammler, hat etwa 10 Jahre vor seinem Tod mit dem Fälschen von Renaissancemedaillen begonnen. Dabei hat er nicht alleine gearbeitet, sondern auf die Hilfe von weiteren Personen für den Guss und das Ziselieren zurückgegriffen. Welche Mühen er bereit war dabei in Kauf zu nehmen zeigt, dass es ihm sogar gelang, mit einem geeigneten Verfahren die beim Guss nicht zu vermeidende Schwindung des Materials durch eine im erforderlichen Maße vergrößerte Gussform zu kompensieren. Ist Frauendorfer zunächst noch offen mit seinen Produkten als Nachbildungen umgegangen, hat er sich 1917 entschlossen diese als echt zu verkaufen und lieferte falsche Medaillen in mehrere Auktionen ein. Als Frauendorfer als Fälscher erkannt wurde, setzte er 1921 seinem Leben ein Ende, um der Strafverfolgung und der gesellschaftlichen Ächtung zu entgehen.

“Bürgerschätze – Das Museum August Kestner und seine Münzsammlung”
Dienstag, 17. Juni 2025 – 19:00 Uhr
Ein Vortrag von Frau Dr. Simone Vogt, Museum August Kestner, Hannover
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Das Kestner-Museum wurde 1889 als erstes städtisches Museum in Hannover gegründet. Nicht nur dem Namensgeber August Kestner, sondern auch vielen späteren Stiftern lag die Münzsammlung des Museums besonders am Herzen. So sind bis heute über 100.000 numismatische Objekte in das Museum gelangt. Doch nicht die Anzahl, sondern die gute Erhaltung und die Seltenheit vieler Stücke machen die Sammlung zu einer herausragenden in Deutschland. Im Vortrag wurden die entsprechenden Glanzstücke und die dazugehörigen Geschichten der (ausschließlich männlichen) Sammler erzählt.

“Frankfurter Turnosen”
Dienstag, 20. Mai 2025 – 19:00 Uhr
Ein Vortrag von Herrn Karl Heinz Fröhner, Messel
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Ausgehend von den französischen Vorbildern gab der Referent einen Überblich über die Frankfurter Turnosenprägung. Mit dem Beginn der städtischen Münzprägung in Frankfurt wurden Turnosgroschen zu 20 Hellern geprägt. Während sich die Münzbilder der Groschen am französischen Vorbild orientierten, nehmen die Heller die Prägungen der Stadt Hall zum Vorbild. Der Referent zeigte nicht nur die Entwicklung der Münzbilder, sondern erläuterte auch den Übergang von Stilelementen, die von den französischen Vorbildern übernommen worden waren, auf andere Nominale. So haben die Lilienornamente auf den Frankfurter Talern ihren Ursprung in den Turnosgroschen. Nachdem die Reichsmünzordnungen des 16. Jahrhunderts eine Turnosenprägung nicht mehr vorsahen, wurden diese innerstädtisch als Ratszeichen weiter verwendet, so dass die letzten Prägungen dieser Art die Jahreszahl 1710 tragen.

“Die Geschichte des Hamburger Münzkabinetts”
Dienstag, 15. April 2025
Ein Vortrag von Herrn Dr. Ralf Wiechmann
Das Sammeln von Münzen und Medaillen lässt sich in Hamburg als gelehrter Zeitvertreib einige Jahrhunderte zurückverfolgen. Das Münzkabinett in Hamburg hat seine Anfänge im 17. Jahrhundert und gehört somit zu den ältesten musealen Einrichtungen der Hansestadt. Vor über 300 Jahren war die Sammlung in der Stadtbibliothek als Teil des in der Barockzeit so beliebten Kuriositätenkabinetts untergebracht. Später kam die Münzsammlung der 1619 gegründeten Hamburger Bank hinzu und nach einer Zwischenstation in der Kunsthalle, wo die antiken Münzen und die Kunstmedaillen verblieben, gelangte das Kabinett 1919 an seinen jetzigen Platz. Die Namen großer Forscherpersönlichkeiten wie Wilhelm Jesse, Walter Hävernick, Peter Berghaus und Vera und Gert Hatz sind mit dem Hamburger Münzkabinett verknüpft. Wichtige Institutionen und Publikationen der Numismatik nahmen hier ihren Anfang. So kam es 1952 in Zusammenarbeit mit dem inzwischen gegründeten Verband der (west)deutschen Münzvereine zur Herausgabe des „Numismatischen Nachrichtenblattes“. 1947 bis 1993 erschienen zudem die inzwischen eingestellten „Hamburger Beiträge zur Numismatik“. Die Monographienreihe „Numismatischen Studien“ wird weiter in unregelmäßiger Folge herausgegeben. Walter Hävernick war der erste Vorsitzende der 1950 gegründeten Numismatischen Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland und auch der von der Kommission betreute zentrale Fundkatalog befand sich bis 1993 in Hamburg. Innerhalb des Münzkabinetts entstand eine etwa 23.000 Bände umfassende numismatische Spezialbibliothek, die auf den Gebieten Mittelalter und Neuzeit zu den umfangreichsten ihrer Art in der Bundesrepublik Deutschland zählt. Die Sammlungsbestände dienen auch als Anschauungsmaterial für Universitätsveranstaltungen.

“Das Geld der Karolinger und der große Schatzfund von Pilligerheck”
Dienstag, 18. März 2025
Ein Vortrag von Herrn Stefan Wittenbrink, Beckum
